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Ein Rückblick auf die MotoGP Saison 2020

Das Jahr geht dem Ende zu und wir möchten Sie noch einmal mitnehmen in die MotoGP-Saison 2020, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Ein wackeliger Start

Nachdem Alex Rins im vergangenen Jahr zwei Siege einheimsen konnte und die Top drei in der Meisterschaft um nur sechs Punkte Rückstand verfehlt hatte, sollte er 2020 zu den Titelverfolgern gehören und für Joan Mir, der 2019 erst zur MotoGP dazu gekommen war, sollte es ein weiteres Lehrjahr in der Klasse sein, aber es kam anders und so gehörte er nur ein Jahr später zu den Spitzenreitern.

Doch das Jahr nahm keinen guten Anfang. Trotz positiver Vorsaisontests fanden in Katar, aufgrund der COVID-19-Regulierungen nur die Rennen der Moto2- und Moto3-Klassen statt. Als die MotoGP-Saison dann endlich ihren Anfang in Jerez nahm, wurden die Titelchancen von Alex Rins durch einen schweren Sturz im Qualifying, bei dem er sich die rechte Schulter brach und auskugelte getrübt. Da er nicht am Rennen teilnehmen konnte, war Mir im Alleingang für Suzuki unterwegs. Aber er fiel in der zweiten Runde des Rennens durch einen Sturz aus.

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Rins war beim zweiten Rennen wieder zurück auf der Weltbühne, war durch seine Verletzung aber stark eingeschränkt. Mir fuhr beim zweiten Jerez-Rennen auf einen soliden fünften Platz. In Brno, beim dritten Rennen der Saison, musste Mir einen Rückschlag hinnehmen, als ihn ein anderer Fahrer aus dem Rennen nahm. Rins fuhr auf einen starken vierten Platz und schien endlich in seiner Saison angekommen zu sein. Er verpasste das Podium um nur zwei Zehntel einer Sekunde und das trotz der verletzten Schulter.

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Vier Podiumsplätze in sechs Rennen

Nach dem etwas wackeligen Start in die Saison begann Mir damit seine Stärke zu demonstrieren und so langsam wurde er mit seiner konsistenten Leistung auch ein Anwärter auf den Titel. Nachdem er in Brno aus dem Rennen genommen wurde, begann er seinen Lauf, bei dem er vier Podiumsplätze in sechs Rennen einfuhr. In Österreich wurde er Zweiter und eine Woche später beim zweiten österreichischen Grand Prix gewann er fast das Rennen. Er lag nur zweieinhalb Sekunden hinter der Führung als das Rennen durch die rote Flagge abgebrochen wurde. Ohne neuen Vorderreifen, den er für den Neustart hätte nutzen können, beendete er das Rennen dennoch als Vierter.

Aber auch Rins brachte die Pace an den Tag, durch die er in der Vorsaison als Titelfavorit gehandelt wurde. Beim ersten Rennen in Österreich kämpfte er um den Sieg. Leider stürzte er aus dem Rennen, als er gerade die Führung übernommen hatte.

Nach dem österreichischen Doppel-Wochenende stand Mir zweimal hintereinander in Misano auf dem Podium, einmal auf Platz drei und einmal auf Platz zwei. In Katalonien bescherten Rins und Mir Suzuki ihr erstes Doppel-Podium seit 2007.

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Dann folgte ein Ausrutscher in Le Mans. Es regnete und Mir nahm an seinem ersten Regenrennen in der MotoGP teil. Er beendete es als Elfter, bekam aber Bonuspunkte für die beste Aufholjagd nach einem Sturz im Training. Rins kämpfte um die Führung, stürzte aber auf Platz zwei liegend aus dem Rennen. Doch das Blatt wendete sich in Aragón erneut.

 

Siegeszüge

Der Sieg für das Suzuki Ecstar Team wurde in Aragón, als Alex Rins als Erster über die Ziellinie fuhr, endlich Wirklichkeit. Aus der zehnten Startposition heraus holte er schon beim Start sehr viele Plätze auf und steckte dann auch noch die restlichen Fahrer in die Tasche, um die Führung zu übernehmen. Das war sein dritter MotoGP-Sieg. Aber auch für Mir gab es Applaus, denn er wurde Dritter und damit wurde Suzuki erneut mit einem Doppel-Podium belohnt. Mir übernahm damit die Führung in der Meisterschaft und das Suzuki Team die Meisterschaftsführung in der Teamwertung.

Am folgenden Wochenende konnte in Aragón auf dieser Rennstrecke ein weiteres Doppel-Podium gefeiert werden. Mir wurde wieder Dritter, hinter Rins auf Platz zwei. Das war auch Mirs sechstes Podium und er konnte seine Meisterschaftsführung weiter ausbauen.

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Zwei Wochen später kamen sie in Valencia an. Es war das erste von drei aufeinanderfolgenden Wochenenden, welche die Saison beenden sollten. Mir führte die Meisterschaft an, doch sein erster Sieg stand noch aus. Ihn plagte das Dilemma auf der einen Seite die Meisterschaftsführung sicher in der Tasche zu behalten und auf der anderen Seite doch endlich seinen ersten MotoGP-Sieg einzufahren: alles geben, oder auf Nummer sicher gehen? Im Rennen lagen Rins und Mir auf eins und zwei, doch ein Fehler von Rins ließ Mir in Führung vorstoßen. Einmal da angekommen setzte er sich ab und konnte seine Führung in der Meisterschaft auf 37 Punkte Vorsprung ausbauen. Rins wurde Zweiter und rückte auch in der Meisterschaft auf den zweiten Platz, hinter seinen Teamkollegen vor.

Mir sagte damals: „Ich bin einfach nur glücklich. Das Team und ich haben ein perfektes Wochenende abgeliefert. Es ist nicht einfach 100% zu geben, wenn Du um den Titel kämpfst, denn Du musst immer auch ein bisschen Acht geben. Aber heute hatte ich die Chance auf meinen ersten Sieg und ich habe sie genutzt.“

 

Den Sack zu gemacht

Mit dem Sieg in der Tasche lag der Fokus von Mir nun nur noch auf der Weltmeisterschaft 2020. Mit einem gesundem Punktevorsprung konnte er es beim zweiten Rennen in Valencia langsamer angehen und einfach nur sicherstellen, dass er genug Punkte mitnimmt, um zum Weltmeister gekrönt zu werden. Und genau das tat er dann auch. Mit dem zehnten Platz hätte er den Titel schon sicher gehabt, doch er kam als Siebter ins Ziel und wurde zum MotoGP-Weltmeister 2020 gekrönt.

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„Es ist wirklich nicht einfach jetzt gerade die richtigen Worte zu finden“, sagte Mir nachdem er über die Ziellinie gefahren war, „aber ich möchte mich bei so vielen Menschen bedanken – bei Suzuki, die mir diese Möglichkeit gegeben haben, ich bin so glücklich, dass ich mich bei ihnen mit dem Titel bedanken kann. Derjenige zu sein, der ihnen nach 20 Jahren wieder einen Titel beschert, ist ein unglaubliches Gefühl und eine wahre Ehre. Das gesamte Team hat einen so tollen Job abgeliefert und ich bin einfach nur überglücklich über diesen Meisterschaftssieg.“

Das Suzuki Ecstar Team hat sich dann beim letzten Rennen in Portimao auch noch den Titel in der Team-Meisterschaft gesichert und Rins wurde Dritter in der Weltmeisterschaft, was nach der Verletzung, die er sich zu Beginn der Saison eingefangen hatte, ein exzellentes Comeback darstellte.

Mirs Titel macht ihn zum sechsten Fahrer, der Suzuki die siebte Krone einfuhr und das alles im Jahr des 100. Geburtstages der Firma und im 60. Jahr im Grand-Prix-Rennsport. Es war auch dasselbe Jahr in dem SERT eine weitere Krone in der Langstrecken-WM gewann, was den Siegeszug der GSX-R1000 in Rennen und Meisterschaften unterstreicht.

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