Zur Person
Name: Vivian Theopold
Alter: 20 Jahre
Beruf: Automobilkauffrau
Berufserfahrung in der Motorradbranche: dreieinhalb Jahre
Stationen: Verkauf, Service, Buchhaltung
Aktuelle Position: Verkauf
Interview
Q: Welches Motorrad fährst du aktuell?
A: Derzeit habe ich kein eigenes Motorrad, ich fahre die Maschinen, die mir im Geschäft zur Verfügung stehen.
Q: Welches ist dein Traumbike?
A: Am liebsten hätte ich eine Suzuki GSX-R750 oder GSX-R1000.
Q: Welcher Biker-Typ bist du?
A: Ganz klar: Supersportler!
Q: Wie bist du zum Motorradfahren gekommen?
A: Ich fahre Motorrad, seitdem ich fünf Jahre alt bin. Angefangen habe ich mit Motocross, später bin ich auf Straßenmotorräder umgestiegen. Das alles habe ich meinem Papa zu verdanken, er hat mich damals mit seinem Motorrad immer mitgenommen und dadurch kam die Leidenschaft und bald auch der Wunsch, selber zu fahren.
Q: Und dann lag es nahe, auch in der Motorradbranche zu arbeiten?
A: Ich habe meine Ausbildung in einem Autohaus begonnen, jedoch schnell gemerkt, dass die Motorradbranche interessanter für mich ist. Deshalb habe ich meinen Ausbildungsplatz nach einem Jahr gewechselt. Seit 2022 arbeite ich bei Motorrad-Technik Alvermann & Appelt in Oranienburg – mittlerweile zusammen mit meinem Papa im Verkauf.
Q: Welches war dein erstes Motorrad, und welche Bedeutung hatte es für dich?
A: Meine erste Maschine war eine KTM SX50, ein Kindercrosser. Diese Maschine bedeutet mir sehr viel, da ich durch sie einen wichtigen Schritt gegangen bin und jetzt stolz sagen kann, dass es die beste Entscheidung war, mich in diese Richtung zu entwickeln. Ein Leben ohne Motorräder kann ich mir heute nicht mehr vorstellen.
Q: Wie hast du dich als Frau in einer oft männlich geprägten Branche durchgesetzt?
A: Tatsächlich gab es nie große Probleme, ich war von Anfang an begeistert von Motorrädern und da ich selber fahre und wir früher viel selber geschraubt haben, kannte ich mich schon damals ganz gut aus. Das Wichtigste ist, dranzubleiben und zu zeigen, dass man auch als Frau jede Menge Ahnung hat.
Q: Gab es Hindernisse oder Vorurteile, die du überwinden musstest?
A: Ich kann mich an nichts Schwerwiegendes erinnern.
Q: Wie hat sich die Wahrnehmung von Frauen in der Motorradwelt in den letzten Jahren verändert?
A: Man sieht deutlich mehr Frauen auf Motorrädern als früher, ich selber verkaufe mittlerweile deutlich mehr Bikes an Frauen als noch vor zwei Jahren.
Q: Welcher Erfolg oder Moment in deiner Karriere ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
A: Für mich ist jeder Kundenkontakt und jeder Verkauf ein Erfolg. Es zeigt mir, dass die Kunden sich wohlfühlen und ich meine Arbeit gut mache. Ich bekomme oft Komplimente für meine Kompetenz in Sachen Motorräder sowie für mein lösungsorientiertes Handeln.
Ich versuche einfach, jedem Kunden die bestmögliche Beratung zu geben – ob es um den Kauf eines Fahrzeugs, einen Umbau oder um einen einfachen Servicetermin geht.
All das sind für mich tägliche Momente des Erfolgs. Meine Priorität liegt darauf, den Kunden am Ende des Tages mit einem Lächeln nach Hause zu schicken.
Q: Gibt es ein Projekt, auf das du besonders stolz bist?
A: Ich arbeite aktuell an mehreren Events für dieses Jahr und freue mich sehr darauf, diese umzusetzen.
Q: Was bedeutet Motorradfahren für dich persönlich?
A: Motorrad fahren bedeutet für mich Freiheit. Es macht einfach glücklich, sich auf ein Motorrad zu setzen und loszufahren, es hilft immer dabei, einen klaren Kopf zu bekommen und mal alles ausblenden zu können.
Q: Welche Werte motivieren dich in deinem beruflichen und privaten Leben?
A: Ein gesundes Klima im Team ist mir sehr wichtig, da gute Zusammenarbeit die Grundlage für erfolgreiche Arbeit ist. Ich helfe gerne aus, wenn Unterstützung gebraucht wird, und übernehme Verantwortung für meine Aufgaben. Außerdem organisiere ich gerne Veranstaltungen oder Events für die Firma.
Vertrauen und Verlässlichkeit sind für mich privat entscheidend. Ich lege Wert auf ehrliche Beziehungen und gegenseitigen Rückhalt. Ich höre aufmerksam zu, denke lösungsorientiert und unterstütze andere, wo ich kann. Auf dem Motorrad erlebe ich Freiheit, Klarheit und Selbstvertrauen, jeder Kilometer ist ein Moment ganz für mich. Beim Zeichnen finde ich Ruhe und kann meiner Kreativität freien Lauf lassen. Beides erinnert mich daran, wie wichtig es ist, den eigenen Weg bewusst und mit Leidenschaft zu gehen.
Q: Hast du ein Vorbild in der Branche oder außerhalb, das dich inspiriert?
A: Mich inspiriert jeder Motorradfahrer auf seine eigene Art und Weise, wir alle sind so verschieden und doch so gleich. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich mich mit Personen unterhalten kann, die die gleiche Leidenschaft teilen.
Q: Welche Karriereziele hast du?
A: Ich arbeite aktuell als Motorradverkäuferin und möchte meine Fähigkeiten weiter stärken, um noch besser zu werden und aktiv mitzugestalten. Ich arbeite gerne mit Menschen, sei es im direkten Verkauf oder im Bereich Marketing/Social Media, wo ich die Marke nach außen mitpräge. Mir ist wichtig, Kunden optimal zu beraten, die Marke zu repräsentieren und Menschen für Motorräder zu begeistern. Mein Ziel ist es, Verantwortung zu übernehmen, Ideen einzubringen und die Verbindung zwischen Unternehmen, Produkt und Community weiter zu stärken. Dabei lasse ich meine Leidenschaft für das Motorradfahren in meine Arbeit einfließen.
Q: Welche Entwicklungen in der Branche findest du aktuell besonders wichtig?
A: Die Nachfrage nach Elektroantrieben wird immer größer und es werden auch immer mehr Fahrzeuge mit Elektromotor gebaut. Ich selber bin immer noch für den klassischen Verbrenner, da es für mich einfach dazugehört, dass ein Motorrad auch „Krach“ macht. Das ist aber nicht für alle so, und ich denke, dass wir mit den geräuschlosen Fahrzeugen ganz neue Kundenkreise erreichen können.
Q: Wie lautet deine persönliche Botschaft an Frauen, die sich für einen Job in der Motorradbranche interessieren?
A: Traut euch! Die Motorradbranche ist so vielseitig. Habt keine Angst davor, als Frau sichtbar zu sein und eure Ideen einzubringen. Leidenschaft, Zuverlässigkeit und Engagement zählen hier genauso wie technisches Interesse oder Freude am Kontakt mit Menschen. Wer Spaß am Motorradfahren hat und Lust hat, die Branche mitzugestalten, findet hier ein Umfeld, in dem man wachsen, lernen und wirklich etwas bewegen kann.