
2002: Suzuki präsentiert die V-Strom 1000
Eine Zeit lang war es ruhig geworden um die großvolumigen Reiseenduros von Suzuki. Nach dem Aus der legendären DR 800 S im Jahr 1999 rätselte die Szene, wie wohl der Nachfolger aussehen könnte. Wieder ein Single? Mit noch mehr Hubraum? Fast drei Jahre ließ Suzuki die Adventure-Rider-Community schmoren. Dann meldete sich die Marke aus Hamamatsu mit einem Paukenschlag zurück.
2002 präsentierte Suzuki mit der V-Strom 1000 die komplett neue Generation eines sportlichen Adventure-Tourers. „V“ stand für die Motorenbauart, denn als Antrieb diente ein flüssigkeitsgekühlter 90°-V-Twin mit zwei obenliegenden Nockenwellen und vier Ventilen pro Zylinder, der aus 996 Kubikzentimetern 98 PS holte. Das aus dem Deutschen übernommene Wort „Strom“ symbolisierte die gleichmäßige Kraftentfaltung des charismatischen Aggregats.
Die Szene war im wahrsten Wortsinne elektrisiert von der V-Strom 1000. Doch es war nicht nur die Charakteristik des V-Twins, die für Furore sorgte. Als Pionier im Alurahmenbau integrierte Suzuki den potenten Twin in einen spurstabilen Twinspar-Rahmen aus Leichtmetall. Mit diesem unschlagbaren Package wurde die V-Strom 1000 schnell zur ersten Wahl für anspruchsvolle Adventure-Rider.

2004: V-Strom 650
Was im Großen bestens funktioniert, sollte sich doch auch im Kleinen realisieren lassen. Ein passendes Aggregat hatte man bei Suzuki schließlich schon im Regal liegen: den charakterstarken 90-Grad-V-Twin der SV650, der sich bereits eine große Fangemeinde im Onroad-Segment erarbeitet hatte. Gesagt, getan. Den großartigen Erfolg der V-Strom 1000 im Rücken, übertrug Suzuki das bewährte Konzept auf die Mittelklasse und stellte 2004 die V-Strom 650 vor. Mit der Formel „agiler V-Twin plus robustes Chassis“ begeisterte auch die kleine Schwester ein breites Spektrum von Fahrern. Die V-Strom 650 dominierte mit ihrer Vielseitigkeit und Robustheit über viele Jahre hinweg die Mittelklasse der Adventure-Tourer.

2014: Die zweite Generation: V-Strom 1000
The beak ist back. Nicht wenige Suzuki Fans hatten sich gefragt, wo eigentlich der ikonische Schnabel geblieben war. Schließlich hatte Suzuki mit der neuartigen Formensprache der DR 750 und DR 800, aka Dr. Big, den Weg in eine neue Ära des Motorrad-Designs gewiesen. Alle Marken, die etwas auf sich hielten, übernahmen eine nach der anderen die markante Gestaltung der Front für ihre Adventure-Bikes. Und so besann sich Suzuki auf die eigenen Wurzeln im Offroadsport.
Nach über 50.000 verkauften Einheiten des kraftvollen Adventure-Tourers präsentierte Suzuki im Jahr 2014 die zweite Generation der Suzuki V-Strom 1000. Das Styling war mit seinen präzisen Konturen hochmodern, nahm jedoch unverkennbar Anleihen am ikonischen Design des legendären Suzuki Wüstenrenners DR-Z – der Schnabel war zurück.
Doch nicht nur das Design der zweiten V-Strom-Generation setzte Maßstäbe, auch technisch ging Suzuki in die Vollen. Wichtigste Evolutionsschritte waren die Vergrößerung des Hubraums von 996 auf 1.037 Kubikzentimeter sowie die Einführung neuer Zylinderköpfe mit Doppelzündung, leichter Schmiedekolben sowie von 10-Loch-Einspritzdüsen.
Zudem verfügt die zweite Generation der V-Strom 1000 über das Suzuki Clutch-Assist-System, ABS und eine komplett neue elektronische Steuerung, die – erstmalig in einem Suzuki Motorrad – den Einsatz einer Traktionskontrolle erlaubte. Hinzukamen ein leichteres und stabileres Fahrwerk, so dass die V-Strom 1000 einmal mehr den Maßstab in ihrem Segment setzte. Von der zweiten Generation der V-Strom 1000 verkaufte Suzuki über den gesamten Produktzyklus mehr als 35.000 Exemplare.

2017: V-Strom 250
Im Jahr 2017 erweiterte Suzuki die Modellfamilie um die V-Strom 250, um das attraktive Baureihenkonzept einem noch breiteren Spektrum von Fahrern mit unterschiedlichen Erfahrungen und Ansprüchen zugänglich zu machen.

2020: Die dritte Generation: V-Strom 1050/XT
Stillstand ist Rückschritt, und so entwickelte Suzuki das mittlerweile rund um den Globus bewährte V-Strom-Konzept für den Modelljahrgang 2020 sorgfältig weiter. Mit einem ganzen Bündel an Innovationen wurde 2019 die dritte Generation des Adventure-Tourers, die V-Strom 1050/XT, vorgestellt.

Der charismatische V-Motor besitzt seither ein noch kraftvolleres, lineareres Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich, zudem verfügt er über ein spürbares Leistungsplus bei höheren Drehzahlen, was für noch mehr Fahrdynamik sorgt. Doch der V-Twin wurde nicht nur noch stärker, dank modernster Technologien erfüllt er auch die strenge Abgasnorm Euro 5.
In der Peripherie des Aggregats sorgen die elektronischen Assistenzsysteme des Suzuki Intelligent-Ride-System (S.I.R.S) dafür, dass der starke Adventure-Tourer noch kontrollierbarer und einfacher zu fahren ist.
Der markante Schnabel erfuhr ebenfalls eine Überarbeitung, so dass die V-Strom 1050/XT ein schärferes, moderneres und aggressiveres Aussehen besitzt, ohne ihre Design-DNA zu verleugnen. Seit der Markteinführung der dritten Generation im Jahr 2019 wurden von diesem Modell bislang rund 15.000 Stück abgesetzt.

2023: V-Strom 800DE
Ein komplett neues Kapitel in der Historie des Adventure-Tourers schlägt Suzuki 2023 mit der V-Strom 800DE auf. Herzstück ist ein 776-cm3-Parallel-Twin, der mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen gleichmäßiger, exakt kontrollierbarer Leistung und spontaner Drehfreude überzeugt. 84 PS leistet der Zweizylinder, der dank des völlig neuartigen Suzuki Cross-Balancers über eine überragende Laufkultur verfügt. Sein sattes Drehmoment von 78 Newtonmetern liegt bereits bei 6.800 Umdrehungen an – eine Eigenschaft, die die 800er offroad mit präziser Traktion brillieren lässt.
Der Suzuki Drive-Mode-Selector (SDMS) stellt drei Fahrmodi bereit, um die Leistungsentfaltung des Zweizylinders an unterschiedliche Streckenprofile anzupassen. Ein speziell für den Offroadeinsatz konzipierter Gravel-Mode erlaubt zudem die Deaktivierung des hinteren ABS.

Mit modernsten Assistenzsystemen wie der einstellbaren Traktionskontrolle oder dem bidirektionalen Quick-Shift-System unterstützt das Suzuki Intelligent-Ride-System (S.I.R.S.) den Fahrer dabei, in allen Situationen das volle Potenzial seiner V-Strom 800DE auszuschöpfen.
Das Fahrwerk mit Drahtspeichenrädern, 21-Zoll-Vorderrad und langhubigen Federelementen bietet beste Voraussetzungen für anspruchsvolle Touren auch abseits des Asphalts. Unterstrichen wird die hohe Offroad-Eignung durch eine vorderradorientierte Sitzposition, den breiten Lenker sowie die serienmäßige Ausstattung mit Handprotektoren und einem Unterfahrschutz. Hohe Reichweiten ohne lästige Tankstopps ermöglicht das üppige Fassungsvolumen des 20-Liter-Kraftstofftanks.
Das Design der V-Strom 800DE transponiert das Design-Erbe der legendären DR-Z gekonnt in die Gegenwart und kombiniert die markanten Konturen mit der Hightech-Anmutung modernster LED-Beleuchtungstechnik.
Auch wurde die V-Strom 800DE zum „Alpen-Masters-Sieger 2023“ gekürt: Im renommierten Vergleichstest der Fachzeitschrift MOTORRAD setzte sich der vielseitige Adventure-Tourer gegen 16 Motorräder unterschiedlichster Preis- und Fahrzeugklassen durch und sicherte sich damit den begehrten Titel.

2024: V-Strom 800
Im Jahr 2024 stellt Suzuki der offroad-orientierten DE-Ausführung die Modellvariante V-Strom 800 an die Seite. Mit der geländegängigen V-Strom 800DE teilt sich die V-Strom 800 den leistungsstarken Parallel-Twin sowie die umfangreiche Ausstattung mit Assistenzsystemen. Sie bietet mit ihren leichten, in 19-/17-Zoll-Größe ausgeführten Gussrädern jedoch onroad ein noch agileres Handling. Die Abstimmung der Federelemente – in der Front arbeitet eine einstellbare Showa SFF-BP-Upside-Down-Gabel – sind auf Fahrstabilität, Kontrollierbarkeit und Komfort ausgelegt. Für sichere Verzögerung auch bei sportlicher Gangart sorgt die Bremsanlage mit einer 310er Doppelscheibe und radial montierten Vierkolbensätteln am Vorderrad sowie eine 260 Millimeter große Scheibe mit Einkolben-Schwimmsattel hinten.
Ein großzügiges Platzangebot für Fahrer und Passagier, die aufwendige Sitzbankpolsterung, der höhenverstellbare Windschild und zahlreiche weitere Details unterstreichen die hervorragende Langstreckentauglichkeit der V-Strom 800.
Stefan Hessler: Der V-Strom Flüsterer
Stefan Hessler, Mastermind des Hessler Rallye Teams (HRT), liebt den Geländesport und er liebt Suzuki. Doch bei aller Begeisterung für die Marke kann der eingefleischte Offroader an einem Motorrad fast nichts so lassen, wie es ist. Aufgrund seiner jahrzehntelangen Enduro- und Rallyeerfahrung findet Stefan immer ein Detail, das sich noch besser an seine Anforderungen anpassen lässt, um alles aus dem Grundkonzept der Maschine herauszuholen.
Das fing schon mit den legendären DR-Modellen an, die er umfangreich nach seinen Vorstellungen modifizierte. Ganz geschehen war es um den Tüftler, als Suzuki die DR Big herausbrachte. Jetzt hatte Hessler die perfekte Basis gefunden, um seinen Traum von einem Rallye-Bike zu verwirklichen.
Doch Hessler geht mit der Zeit, und so haben auch die V-Strom 1050 oder die neue V-Strom 800 längst den Weg in seine Werkstatt im thüringischen Schleusingen gefunden. Aus den Adventure-Tourern werden unter der Hand des Meisters wettbewerbsfähige Offroad-Geräte, mit denen seine Kunden an anspruchsvollen Rallyes teilnehmen.
30 Millimeter mehr Federweg? Kein Problem! Ein Rallye-Cockpit? Lässt sich machen. Unter dem Label „Desert Express“, das Hesslers Vision eines Bikes, das sich selbst unter schwierigsten Bedingungen flott und entspannt fahren lässt, perfekt auf den Punkt bringt, bietet er individuelle Lösungen an, die exakt auf die Bedürfnisse seiner Kunden abgestimmt sind.
Natürlich lässt es sich Stefan Hessler nicht nehmen, mit seinen Suzuki Umbauten selbst immer wieder an Rallyes teilzunehmen. Und wer von Hesslers Erfahrung profitieren will, für den gibt es Offroad- und Rallyetrainings. Oder die DR Offroad Days: Hier trifft sich die Community zum Erfahrungsaustausch und gemeinsamen Geländefahrten.
HRT V-Strom 800 Desert Express
Jüngstes Projekt des Hessler Rallye Teams (HRT) ist die V-Strom 800 Desert Express, eine Hommage an die legendäre DR-Z auf Basis des aktuellen Adventure-Tourers. Mit dem kraftvollen Reihentwin im schlanken Chassis liefert Suzuki die perfekte Basis für diesen Offroad-Umbau. Hessler bietet drei Ausbaustufen an, um unterschiedliche Kundenansprüche zu bedienen. Beim Basispaket „Adventure“ erhält der Käufer einen Dekorsatz für Schnabel, Tank, Seitenverkleidungen, Gabel, Schwinge und Felgen, die HRT Rallye Windscreen 2.08, Zeta Handprotektoren mit Spoiler, Heckumbau, Gepäckträgerplatte, einen MIVV-Schalldämpfer sowie einen Hitzeschutz für den Krümmer. Technisch anspruchsvoller ist das Paket „Rally Adventure“, bei diesem gibt es on top eine speziell angefertigte Sitzbank, schmale Heckverkleidungen sowie ein voll einstellbares Federbein von Wilbers.
Adventure-Rider, die mit ihrer V-Strom 800 sportlich ins Gelände wollen, wählen das Kit „Rally Pro“. Damit erhalten sie zusätzlich eine komplett überarbeitete Gabel mit 20 Millimetern zusätzlichem Federweg, einen Radsatz mit Excel-Felgen sowie einen Motorschutz.

Die V-Strom Community
Weltweit hat die Suzuki V-Strom eine riesige Fangemeinde gewonnen. Und wer von diesem Adventure-Tourer begeistert ist, will nicht nur fahren, sondern seinen Enthusiasmus auch mit Gleichgesinnten teilen. Rund um den Globus gibt es daher Gruppen, in denen Fans ihre Leidenschaft gemeinsam ausleben, sich austauschen und vernetzen.
